Samstag, 4. Januar 2014

Vom neuen Jahr und neuem Leben


 Wie gesagt. So richtig Weihnachtsstimmung wollte nicht aufkommen, aber das ist bei 25 Grad und Sonnenschein in Uganda auch nicht so einfach. Es waren trotzdem besondere Tage mit gutem Essen und einem sehr schönen Nachmittag bei Shanti, an dem wir im Geburtshaus Karten spielten und dem heftigen Tropenregen zugeschaut haben. Sogar einen kleinen Weihnachtsspaziergang gab es, wenn man ihn so nennen will – auf staubig-roten Wegen durch die Bananenplantagen und Felder.
Immer dabei  viele Kinder, die den “Muzungu” an der Hand halten und einige Meter mit ihm laufen wollen. Nicht wegzudenken sind hier außerdem die gelben Kanister, mit denen die Menschen an den Wasserpumpen ihr Wasser besorgen und es nach Hause tragen. Am Straßenrand viele Ziegen, Kühe mit riesigen Hörnern, Hühner und kleine Shops (Bretterverschläge), die Tomaten, Bananen, Waschmittel und alles mögliche verkaufen.

Silvester habe ich ganz langweilig allein mit unserer Katze im Volunteerhouse verbracht.
Ich hätte die Möglichkeit gehabt, nach Kampala zu fahren und ins neue Jahr zu feiern, aber ehrlich gesagt hatte ich so gar keine Lust, für einen Tag mit dem Matatu zwei Stunden in die Stadt zu fahren und zwischen Hühnern und viel zu vielen Menschen in diesen kleinen, rostigen Bussen zu sitzen. Zumal ich grad am Wochenende vorher das Nachtleben in Kampala kennen gelernt habe! :)
Sogar in Kasana gab es ein kleines Feuerwerk, davon bleibt man auch hier nicht verschont. Draußen war ich aber nicht, das ist hier nachts zu gefährlich.

Am nächsten Morgen kam dann Flora, die “Traditional Birth Attendant” aus dem Geburtshaus, um mich in den Neujahrsgottesdienst der Gemeinde mitzunehmen. Traditionell ugandisch gekleidet (ja, ich hab den Spaß mal mitgemacht) ging es dann in die Kirche. Nachdem wir auf einem der vielen Plastikstühle Platz genommen haben, wurde ich erstmal von Flora der Gemeinde vorgestellt und musste mich auch selbst kurz vorstellen. Der Gottesdienst war auf Luganda, sodas sie extra neben mich jemanden zum Übersetzen gesetzt haben. Danach wurden wir vom Pastor zum Mittagessen eingeladen und sind zum “Kasana Beach” gefahren. Hätte ich nicht gedacht, dass es hier im Dorf sowas gibt – ein Restaurant mit Swimmingpool, Sauna, Dampfbad, Bar … auch, wenn ich das Dampfbad und die Sauna hier bestimmt nicht ausprobieren muss, ist so schon warm genug!

Sonst waren die letzten Tage bei Shanti eher ruhig – außer dem Donnerstag. Nur am Donnerstag gibt es hier die Impfstoffe für die werdenden Mütter und die Kinder, und so wird das Geburtshaus gefüllt mit Schwangeren, kranken Kinden und Frauen, die eine Beratung zur Familienplanung brauchen. Hier machen die Hebammen alles – impfen, Kinder behandeln, aufklären, beraten, Frauen mit Malaria behandeln, … der Ablauf schien mir etwas chaotisch, aber vielleicht hab ich auch einfach nur noch nicht das System dahinter begriffen, wenn bei der einen Frau Blutdruck gemessen wird und nebenher die nächste schon ihre Impfung bekommt.  Nicht schön “eine nach der anderen”, wie man es aus Deutschland kennt. Die Arbeitsmoral ist hier eh etwas anders; so bin ich auch die einzige, die den Schichtbeginn um 8 Uhr Ernst nimmt, ansonsten kommt man halt, wie man es schafft. ;)
Der Donnerstag ist auch der Tag für die “Exercises” – also Yoga für Schwangere. Ich dachte eigentlich, dass ich erstmal zuschaue, wie der Ablauf ist und was für Übungen sie mit den Frauen machen, aber plötzlich war dann ich diejenige, die mit den 13 Frauen die Übungen gemacht hat. “Teach us, Muzungu!”

Ein paar Meter weiter sitzen die WIGG Woman – Frauen, die sich ihren Lebensunterhalt damit verdienen, Taschen und Schmuck als “Shanti Merchandise” herzustellen.
Eines der vielen Projekte von Shanti! Im Moment laufen außerdem die Vorbereitungen für den nächsten Teen Girl Workshop. Hier kommen junge Frauen und lernen einiges zum Thema Ernährung, Gesundheit, Verhütung, etc. Außerdem lernen sie, sich selbst “Pads” zu nähen, denn sonst nehmen hier viele Frauen Zeitungspapier als Einlage, wenn sie ihre Periode haben. 

Gestern dann endlich – die erste Geburt bei Shanti.
Für meine Hebammenkolleginnen und Interessierte gibt es gerne persönlich mehr Details, aber lieber nicht hier im Blog. Was ich aber hier erzählen kann: Der kleine Junge wurde direkt nach der Geburt erstmal auf die Waage gelegt und in Tücher gewickelt, sodass nichtmal die Nase frei war. Danach wurde er weggelegt, außer Reichweite der Mutter. Die wirkte aber auch nicht sonderlich interessiert an ihrem Kind. So lag das Bündel , komplett mit Stoff bedeckt, am Bettrand. Ich war immer froh, wenn das Kind mal einen Mucks von sich gegeben hat und ich durch die Tücher die Atembewegungen sehen konnte. Gab ja sonst keine Möglichkeit, zu beurteilen, wie es dem Kind geht.
Die Mutter wollte später, dass ich dem Kind einen Namen gebe.  Da wurde ich aber schon drauf vorbereitet, dass die Frauen es hier als Privileg sehen, von einer Weißen betreut zu werden. Ist natürlich trotzdem eine Ehre. Der erste Name, der mir in den Sinn kam, war Daniel, und die Mutter war glücklich damit. Ich habe sie aber gefragt, was denn ihr Lieblingsname ist, und so bekam er als ersten Namen Louis und Daniel als zweiten Namen. Herzlich willkommen im Leben, junger Mann!
Es war natürlich eine Geburt unter den einfachsten Bedingungen, fern von allem Luxus, den die Frauen in Deutschland haben. Ich bin gespannt, wie die nächsten Geburten laufen werden. Ich denke, wir können viel voneinander lernen und vielleicht habe ich ja mal die Möglichkeit, meine Art von Geburtshilfe vorzustellen, die schon etwas anders ist. ;) Es ist aber ein sehr gutes Gefühl, Teil von diesem Projekt zu sein und für die Frauen und Kinder hier in Uganda ein ganz bisschen beitragen zu können.

An meinem freien Tag habe ich versucht, endlich alles wegen der Kreditkarte zu klären. Ich sag nur “Hummeldumm”! Dann ist dein Akku vom Laptop und/oder Handy leer, das Internet funktioniert nicht, das Handy hat keinen Empfang, die Shops zum Kopieren haben geschlossen, Stromausfall, das Modem ist nicht mit dem neuen Laptop kompatibel, usw. Aber es ist inzwischen geschafft und ich hoffe doch sehr, dass bald meine neue Kreditkarte ankommt. 

Euch allen wünsche ich ein wunderschönes neues Jahr!

“May 2014 be the best year ever for us all. May we find the strength and courage to face adversity. May our bellies and hearts remain full, and may we reach for the stars. Keep those we love close. Let us choose our path with care and foresight and be aware of where our foot falls. Reach out to those who need our support and trust. Believe in ourselves and strive to do our best in everything.”

Sally Kelly

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Schoene Bescherung

Ihr Lieben!

Jetzt sitze ich gerade im Volunteerhouse und versuche, der Mittagshitze zu entgehen.
Heute habe ich frei und darf den Laptop von meiner Mitbewohnerin nutzen, um mal wieder
einen Blogeintrag zu schreiben.

Dass ihr nun so lange nichts von mir via Blog gehoert habt, liegt ganz einfach daran,
dass ich gerade keinen Laptop habe. An meinem zweiten Tag hier in Uganda sind wir in die Hauptstadt,
nach Kampala, gefahren. Hier ist es dann passiert. Wir waren abends noch unterwegs und
wollten mit einem Boda Boda Richtung Hostel fahren. Ich war ziemlich schwer bepackt.
In meiner Lieblingstasche (falls du das liest, Steffi, es war dein Geschenk!) befand
sich mein Laptop, mein Handy, meine Kreditkarte, etwas Geld, ein Internetstick, Simkarten, meine CRM Notfallkarte, die Einkaeufe des Tages und einiges an Kleinkram.
Auf dem Boda Boda (kleine Motorraeder, die hier als Taxi dienen) waren dann drei Leute.
Der Fahrer, ich und eine aus dem Projekt, die schon einige Zeit da ist und mit der ich den Tag in Kampala verbracht habe. Fuer meine dicke Tasche war kein Platz mehr da, sodass wir leider den Fehler gemacht haben, sie vorne beim Fahrer zu platzieren.

Viel zu sehr habe ich vertraut, dass schon alles gut gehen wird.

In der Dunkelheit auf einer einsamen Strasse behauptete der Fahrer dann, dass sein Benzin
ausgeht und bat uns, vom Boda zu steigen. Er hat seine Maschine wieder zum Laufen gekriegt und
uns weitere zwei mal darum gebeten, abzusteigen, um an seinem Boda so zu hantieren, sodass wir weiterfahren konnten. Nach einigen Metern ging das Spiel von vorne los. Diesmal fuhr er aber mit einem
Affenzahn davon, nachdem wir vom Boda abgestiegen sind. Mit meiner Tasche.

Da standen wir also mitten im Nichts, in der Dunkelheit.
Zum Glueck hatten wir ein Handy dabei, um Freunde anzurufen, die uns abholen konnten und uns spaeter
sicher zum Hostel brachten. Was fuer eine doofe Geschichte. Ihr werdet sagen: selbst Schuld!
Habt ihr auch Recht mit.
Sowas passiert hier eben. Jetzt bin ich natuerlich damit beschaeftigt, den ganzen Kram neu
zu besorgen. Im Moment bin ich aber einfach nur froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist und ich
in dem Augenblick nicht alleine war.

Ansonsten geht es mir sehr gut hier in Uganda!

Das Volunteerhouse ist sehr gemuetlich und komfortabler, als ich es erwartet habe.
Ich habe im Moment ein eigenes Zimmer mit einem Doppelbett.
Es ist eigentlich alles da, was man braucht, wenn auch sehr einfach und "bruechig".
Das Bad ist etwas gewoehnungsbeduerftig. Genauso die kalte Dusche, die Toilette (eher ein Plumpsklo)
und dass ich kein Licht in meinem Zimmer habe. Geht aber alles. :)
Viel wichtiger: ich fuehle mich sehr wohl mit den Leuten, die hier mit mir zusammen wohnen!
Auch mit unserer kleinen Katze November und den Froeschen, die uns morgens besuchen und durchs Haus springen. Hier gibt es ausserdem soo leckeres Essen, dass ich glaub ich aufpassen muss, nicht zuzunehmen.
Chapati, Matoke, Ugali und nicht zu vergessen die unglaublich leckere Nusssauce, die uns letztens serviert wurde. Oder auch der Apfelkuchen, den wir hier zusammen gebacken haben (hab uebrigens gelernt, wie man ohne Ofen backt). Viel besser schmecken hier saemtliche Fruechte. Mangos, Bananen, Ananas... kein Vergleich zu den importierten Fruechten.
Kampala ist nach dem Erlebnis natuerlich nicht meine Lieblingsstadt.
Unglaublich hektisch, staubig und chaotisch. Wir waren hier in einem sehr grossen Supermarkt und als
der Strom komplett ausgefallen ist, war das wohl fuer niemanden ungewoehnlich, sodass eben in kompletter Dunkelheit mit der Handytaschenlampe eingekauft wurde. Im Matatu nach Kasana hatte ich zwei zusammen
gebundene Huehner vor mir. Tiere sind hier nicht viel wert und werden ganz einfach wie Dinge behandelt und entsprechend transportiert.
In Kasana dagegen fuehle ich mich schon eher zu Hause und sicher.
Sind eben alles afrikanische Verhaeltnisse. Marode, rotstaubige Strassen, Wellblechhuetten, Chaos.
Klischee erfuellt. Aber alles funktioniert irgendwie, auch wenn man viel Geduld und Zeit braucht,
weil einfach alles langsamer geht. Fuer die Kinder hier bin ich eine wahre Attraktion. Ueberall hoerst du
"Muzunguuu!" und hast innerhalb weniger Minuten eine Kinderschar um dich, die auf deinen Arm wollen, deine Haut beruehren wollen und "High 5!" rufen.

Zum Geburtshaus laufe ich jeden Tag eine halbe Stunde, vorbei an Banenenstauden, Feldern, und kleinen Huetten. Es ist ein sehr ruhiger, friedlicher Ort. Bisher ist durch die Feiertage noch nicht so viel im Geburtshaus passiert, sodass ich viel Zeit habe, die Hebammen und das Team kennen zu lernen. Bisher habe ich zwei Schwangere und eine Woechnerin mitbetreut, die unerwartet Zwillinge bekommen hat. Ausserdem machen die Hebammen hier auch alles rund ums Thema Familienplanung. Beraten, legen
Spiralen usw. Die Frauen werden hier in der Schwangerschaft untersucht und beraten und auf HIV getestet. Im Laufe des Tages kommen immer wieder besorge Muetter mit ihren kranken Kindern, die hier ebenfalls behandelt werden.  Die Frauen bringen hier zur Geburt alles selbst mit und gehen bald wieder nach Hause.
Da wird einem schon immer wieder der Luxus bewusst, den wir in Deutschland haben!
Ich glaube, dass ich hier sehr viel lernen kann und bin besonders gespannt auf die erste Geburt, die hoffentlich bald kommen wird.

So, jetzt wuensche euch allen noch schoene Weihnachten!
Hier kommt nicht so wirklich Weihnachtsstimmung auf.
Wir haben am ersten Weihnachtstag Kuchen gebacken, viel und gut gegessen und ich sass an Heiligabend in meinem Zimmer und hab ein paar Kerzen angezuendet. Mal ein etwas anderes Weihnachtsfest.

Wenn ich dann naechste Woche wieder einen Laptop und gutes Internet habe, gibts auch ein paar Bilder!

Ich schicke euch ein paar warme Sonnenstrahlen und ihr mir etwas Abkuehlung, ok? :)

PS: sorry, leider ist das hier keine deutsche Tastatur...




PPS: falls irgendjemand mal Post schicken will ;)

Shanti Uganda 
P.O. Box 301 
Kasana, Luwero 
Uganda


Donnerstag, 19. Dezember 2013

Diese Ohropax...

haben dann doch so gute Dienste geleistet, dass ich heute morgen meinen Wecker überhört habe!
Zum Glück bin ich immerhin 20 Minuten vor der geplanten Abfahrt aus dem Hostel von selbst aufgewacht. Hat so gerade eben geklappt, das Chaos der nächtlichen Suchaktion zu beseitigen, alles ordentlich zu packen und noch rechtzeitig loszukommen.
Das war schon ein komisches Gefühl gestern, als ich mich von Caty verabschiedet habe, sie nach Deutschland gefahren ist und ich einfach da geblieben bin, in Afrika. Plötzlich geht dann doch alles sehr schnell und man ist gespannt auf die neue Aufgabe.

Ich bin sehr gut in Uganda angekommen. Die Maschine war winzig (34 Sitze), aber es war ein sehr angenehmer Flug :) Neben mir saß ein netter Ugander, der mir im Flug stolz seine Kunstwerke gezeigt hat und nachher für mich noch am Flughafen Guide gespielt hat... und das ohne die Hand aufzuhalten, wie wir es in Tansania oft erlebt haben.

Dann standen sie auch schon da, der Fahrer Ben und die Projektkoordinatorin Isabell, mit einem Schild in der Hand auf dem "Shanti" stand. Ich wurde sehr herzlich empfangen und wir sind dann erstmal nach Kampala gefahren, um Großeinkauf für mich zu machen und mir eine Internetkarte zu besorgen. Hatten sie von sich aus vorgeschlagen. :) Mit so einem gut sortierten Supermarkt habe ich auch gar nicht gerechnet und mich für die nächsten Wochen gut eingedeckt. Die Leute hier sind alle bis jetzt total freundlich - und das Land nicht so heiß wie Tansania und sehr schön grün :)

Wir kamen dann im Volunteer House an. Hier ist es total gemütlich. Ich habe sogar (momentan) ein eigenes Zimmer mit großem Bett. Die andere Volunteer, Emily, wohnt im Nachbarzimmer. Ist grad nicht so viel los hier. Unsere Köchin Jamillah hat Nudeln mit Gemüse gekocht - sehr lecker!
Fühle mich wohl hier :) Genauso wie das Katzenbaby November, das hier auch bei uns wohnt.

Morgen um 7:30 Uhr beginnt dann meine erste Tagschicht im Geburtshaus.
Ein paar kleine Aufgaben habe ich schon zugeteilt bekommen - ich soll mich mit der leitenden Hebamme mal an den Dienstplan setzen, weil es da wohl recht unorganisiert zu geht. Genauso wie im Büro, wo sich wohl die Dokumenationen unsortiert türmen sollen, da muss auch etwas Ordnung und System reingebracht werden.
Außerdem soll ich ein Auge auf den Labortechniker haben und der Projektleiterin eine Rückmeldung geben, ob der seine Arbeit gut macht :D Genauso soll ich, wenn ich bei den Hebammen mitlaufe, schauen, welche Kollegin in welchem Gebiet besonders gut ist und hier die anderen fortbilden könnte bzw. diesen Bereich vor allem übernehmen sollte.

Gut gelaunte Grüße aus Uganda :)

Eure Jule

PS: nicht so schön - die Moskitos neben deinem Ohr fliegen hören.
besonders "schön" und noch gar nicht erzählt - in einen tropischen Regen kommen, sich mit den Einheimischen unter ein Wellblechdach stellen und die Hühner zwischen deinen Füßen laufen sehen. Außerdem: "Muzuuungu" gerufen werden ;)

PPS: liebe Natascha, ich habe erst nach etwa einer Woche Afrika gemerkt, dass die Netbooktasche ja in den Farben der ugandischen Flagge von dir genäht wurde :D Danke!



Mittwoch, 18. Dezember 2013

Geburtstagskind

Diesen Blogeintrag schreibe ich nun um 4:30 tansanischer Zeit. Die Vögel hier am Hostel singen in einer Lautstärke, die ihr euch nicht vorstellen könnt, sodass ich gerade meinen schön gepackten Rucksack auf der Suche nach Ohropax wieder ausgeräumt habe (um diese dann im Kulturbeutel im Bad zu finden). Hilft leider auch nicht. Also dann lieber die schlaflose Nacht nutzen, um hier noch kurz zu schreiben.

Meine Cousine Marlene feiert heute ihren vierten Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch :)

Der Urlaub ist schon vorbei, und wie sagt man so... morgen fängt dann "der Ernst des Lebens" wieder an. Wir hatten noch einige sehr schöne, richtig urlaubsmäßige Tage. Wir waren schnorcheln (schnorkeling, frei nach unserem Guide) und haben sogar eine Wasserschildkröte gesehen, Delfine und unzählig viele bunte Fische.
Außerdem haben wir eine Gewürztour gemacht, was auch echt interessant war! :)

Um 8 Uhr werde ich am Hostel abgeholt und zum Flughafen gebracht.
Sobald ich in Uganda angekommen bin und irgendwie die Möglichkeit habe, ins Internet zu kommen, gibts die nächste kurze Meldung.

Gute Nacht!

Samstag, 7. Dezember 2013

"Ich schreib mal grad noch einen Satz in meinen Blog"

sprach sie, nachdem sie gestern gefühlte zwei Stunden dran saß, Bilder hochzuladen, um dann schwer vom tansanischen Internet enttäuscht zu werden, sodass der gesamte Eintrag nicht hochgeladen werden konnte. Also nun ein neuer Versuch. Ich sitze gerade auf der Dachterasse auf Sansibar in Stone Town. Die Insel haben wir heute mit der Fähre erreicht. Ein wenig fühle ich mich wie ein reizüberflutetes Baby, und ich glaub so ganz bekomme ich grad gar nicht zusammen, was wir in den letzten Tagen alles gemacht haben. Heute jedenfalls sind wir stundenlang durch Stone Town gelaufen. Über den Gemüse und Gewürzmarkt, zum alten Sklavenmarkt, dem Hafen, was weiß ich.
Sansibar ist schon deutlich touristischer als Dar. So, dann mal überlegen - und nicht zu viel Zeit verbrauchen, da mein Akkustand grad zu neige geht und ich momentan keinen Adapter zur Hand habe (wer Hummeldumm gelesen hat, dürfte die Problematik kennen).
Gestern waren wir in Dar mit dem Bajaji auf dem Kunsthandwerkermarkt. Bin dort leider etwas in Shoppingrausch verfallen. Ausbeute: Eine Kette, zwei paar Ohrringe, ein Mobilé. "Mambooo" "Jambo" und "Karibuuuu" heißt es hier in jeder Ecke. Irgendwann hat man dann doch genug von den Shops und nimmt sich ein Bajaji nach Hause. Macht eh am meisten Spaß.
Am Tag zuvor fühlten wir uns ein wenig wie Robinson Crusoe, als wir Mbudya Island komplett umrundeten und an einem einsamen Strand unter einen Bambusdach lagen. Der erste wirkliche Urlaubstag, sonst ist die ganze Lauferei doch ganz schön anstrengend, der ganz normale Urlaubsstress eben. Uns geht es jedenfalls gut hier!
Bevor nun wieder alles umsonst war, lieber abschicken!
Macht es gut!
Küsse
Jule

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Welcome in Tanzania

Jetzt komme ich doch endlich mal dazu, hier zu schreiben!
Wir sind gut in Tansania angekommen. Beim Hinflug saßen wir neben einem Araber, der nach orientalischem Basar roch und einem Mädchen, das so üble Käsefüße hatte, das Caty sich wegsetzen musste. Etwas gerädert kamen wir dann am Flughafen in Dar es Salaam an, wo uns erstmal eine "Wand" aus tropischer Hitze begrüßte. Die ersten Eindrücke der Stadt konnten wir auf der Fahrt zum Hostel sammeln; es wirklich so, wie ihr es euch im Klischee vorstellt. Absolutes Verkehrschaos (das aber richtig gut funktioniert!), ähnlich wie in Kairo. Am Straßenrand zerfallene Wellblechhütten; "fliegende Händler"; Frauen, die ihre Kinder in Kangas tragen /wahlweise Lasten auf dem Kopf (oder auch beides) ; Leute, die schwere Karren vor sich herziehen; Hühner eng gedrängt in riesigen Fahrradkörben; Ziegen auf der Straße, usw...
Im Hostel angekommen, wollten wir uns natürlich gern erstmal duschen, aber da es grad kein fließend Wasser gab, brachte man uns einen großen Bottich mit Wasser und einen Krug. Geht auch! ;)
Jetzt haben wir schon einige Fahrten mit dem Bajaji unternommen (was mir riesig Spaß macht) und uns in diese kleinen Gefährte schon zu neunt (!) gequetscht. Außerdem waren wir im Waisenhaus und in der Grundschule, die hier vom Hostel unterstützt werden, das war auch sehr spannend!
Gestern waren wir in Bagamojo, eine kleine afrikanische Stadt. Hier wurden wir von unserem Guide „Monkey“ rumgeführt. Erst ging es mit einem Boda Boda zu den Ruinen. Nach dieser Fahrt bin ich dann doch erstmal fast auf den Latschen gekippt, aber nach einer Cola hatte ich wieder Farbe! In dieser Stadt sieht man afrikanische Märkte und das Leben frei nach „hakuna matata“ :)
So, mal sehen was uns die Tage noch erwartet. Am Samstag geht’s nach Sansibar!
Uns geht es jedenfalls gut hier und eigentlich ist mir meiner Zeit grad zu schade, im Internet rumzuhängen, wenn man schonmal in Afrika ist. Also hier nur ein kurzer Bericht!
Viele liebe Grüße aus der Ferne!
Eure Jule


PS: hier gibt’s die ersten Bilder:


https://www.facebook.com/camelba/media_set?set=a.665644496801041.1073741828.100000664903803&type=1